Nordkorea weiterhin auf Atom-Kurs: Musudan-Raketen abgefeuert!

Beitrag von Gastautor Dr. jur. Friedrich-Wilhelm Schlomann:

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Dr. jur. Friedrich-Wilhelm Schlomann

Dr. Friedrich-Wilhelm Schlomann  hat 1948/49 Jura in in Rostock und Leipzig studiert, danach illegaler Widerstand gegen die DDR-Diktatur. 1950 Flucht. 1954 Erstes juristisches Staatsexamen in Freiburg i.Br. 1956 Promotion in Rechtswissenschaften in Basel. 1959 Zweites juristisches Staatsexamen. Ab 1959 arbeitet er im Archiv des Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen und 1961 bei der Psychologischen Kampfführung des Bundesministerium für Verteidigung. Von 1970 bis 1992 war er Redakteur der »Deutschen Welle«.  Von 1992-1995 Gastvorträge an der Universität Zürich. Dr. Schlomann gilt als einer der bestinformiertesten Kenner der Geheimdienstszene. Durch seine vielen Vorträge und Veröffentlichungen ist er einem breiten politischen Publikum bekannt. Er hat 13 Bücher veröffentlicht, davon sechs über Spionage (u.a. »Operationsgebiet Bundesrepublik« und »Die Maulwürfe«)

Am 22. Juni 2016  hat die „Demokratische Volksrepublik Korea“ erneut zwei Musudan-Mittelstreckenraketen abgefeuert, die einen atomaren Sprengstoff tragen können. Die Musudan ist für eine Reichweite von mindestens 3.000 Kilometern angelegt. Damit kann sie Ziele in Japan sowie auf der Pazifik-Insel Guam treffen, die ein Außengebiet der USA ist.

Die zuerst abgefeuerte Rakete zerbrach wenige Minuten nach dem Start in der Luft. Die nächste Musudan erreichte nach Angaben des japanischen Militärs eine Höhe von über 1.000 Kilometern und flog 400 Kilometer weit. Mit dieser Reichweite kann Nordkorea schon bald japanisches Festland erreichen.

Japan zeigte sich beunruhigt: Der japanische Ministerpräsident Schinzo Abe sprach von einer nicht hinnehmbaren Provokation: “Der heutige Raketenstart ist – wie die Raketenstarts in der Vergangenheit eine klare Verletzung der Sicherheitsratsresolutionen. Wir können das nicht zulassen und ich habe scharf dagegen protestiert”, erklärte Abe.

Die Raketenstarts sind letztlich eine Bestätigung der kürzlich erfolgten Verhandlungen zwischen Ri Su-yong, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Nordkoreanischen (Staats-) “ Partei der Arbeit Koreas“ und Song Tao, dem Leiter der internationalen Abteilung der KP Chinas, anlässlich eines Staatsbesuches von Ri Su-yong in China.

Es war dies zugleich der erste China-Besuch eines führenden Funktionärs aus Pjöngjang seit dem Machtantritt des jetzigen Diktators Kim Jong-um.

Ganz offenbar wollte der nordkoreanische Gast weitere Hilfen an Nahrungsmitteln erbitten. Die Pekinger Pressagentur meldete dazu nur, dass Ri und Song das nukleare Aufrüstungsprogramm Pjöngjangs erörterten und der Gast betont habe, dass sein Land die „Politik der nuklearen Entwicklung nicht aufgeben“ werde.

Offenbar kam es zwischen Nordkorea und China zu keiner Einigung.

Auch wenn zwischen Washington und Peking starke Differenzen angesichts des aggressiven Vorgehens China im Südchinesischen Meer und hinsichtlich Chinas Cyber-Hackings bestehen, so sind sich die beiden Mächte dennoch völlig einig in ihrer gemeinsamen Haltung gegen Pjöngjangs Atom-Aufrüstung. Inzwischen hat Peking sogar seine Importe von Kohl und Stahl aus Nordkorea eingestellt. Das war für das Land bisher eine der wichtigsten Einnahmequellen.

Der südkoreanische Außenminister Yun Byung-se wiederum traf in Moskau erstmals nach fünf Jahren mit seinem russischen Amtskollegen  Lawrow zusammen,  der Seoul für Rußlands „Schlüsselpartner im Pazifik-Raum“ darstellte. Sein Land werde sich an die Resolutionen  des Un-Sicherheitsrates „prinzipiell“ halten – was immer man auch darunter verstehen mag….

Jüngsten Nachrichten des UN-Instituts für Internationale Sicherheit zufolge produziert Nordkorea verstärkt Plutonium sowie Uran in seinem Reaktor in Yonbyon.

Das südkoreanische Verteidigungsministerium hat jetzt für das Staatsbudget 2017 statt bisher 38,8 Trillionen Won eine Erhöhung auf 40,87 Trillionen (rund 35,1 Milliarden US-Dollar) gefordert. Ein Großteil ist für den weiteren Ausbau des Raketen-Abwehrsystems bestimmt.

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