Internetnutzer dürfen sich auf Verschlüsselung ihres Routers verlassen

Ohne Anhaltspunkte für eine Sicherheitslücke müssen Internetnutzer die vom Hersteller vorgenommene Verschlüsselung ihres Routers nicht ändern. Das hat heute der Bundesgerichtshof entschieden (Urteil des I. Zivilsenats vom 24.11.2016 – I ZR 220/15-).

In dem der Entscheidung zugrundeliegenden Fall sollte eine Frau wegen verletzter Urheberrechte rund 750 Euro an eine Filmfirma zahlen, weil über ihren Anschluss ein Film illegal in einer Tauschbörse angeboten worden war. Offenbar hatten Unbekannte die Verschlüsselung des Routers der Beklagten geknackt. Das Gericht musste nun entscheiden, ob die Frau verpflichtet gewesen wäre, die vom Hersteller erfolgte Verschlüsselung zu ändern. Der Router war von Werk mit einem individuellen Schlüssel nach gängigem Standard (WPA2) gesichert. Allerdings gab es bei der Generierung einen Fehler, so dass die Verschlüsselung nicht sicher war. Das war aber der Beklagten nicht bekannt. Der BGH entschied, dass sich die Frau auf die individuelle Verschlüsselung durch den Hersteller verlassen durfte. Sie haftet daher nicht.

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