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Dieselfahrer: Anspruch auf Schadensersatz und Rückzahlung des Kaufpreises

Sie wurden belogen und betrogen. Die Werte ihrer Fahrzeuge rauschten in den Keller. Es drohen ihnen Fahrverbote. Inzwischen geht es schon um Stilllegung ihrer Autos! Die Rede ist von den Eigentümern und Leasingnehmern von Dieselfahrzeugen. Betroffen sind fast alle bekannten Autofabrikate.

Die Dieselaffäre hat sich längst zu einem handfesten Skandal ausgewachsen. Die wirtschaftlichen Folgen für unser Land sind gegenwärtig noch unabsehbar, die Auswirkungen auf die Fahrzeughalter schon jetzt unfassbar.

Wer bisher weder durch das Stuttgarter Urteil (Az.: 13 K 5412/15, Urt. V. 28.07.2017) noch durch das Zulassungsverbot des neuen Porsche Cayenne aufgerüttelt wurde, der wird spätestens auf den Boden der Realität gebracht, wenn das Kraftfahrtbundesamt ihm für sein Kfz die Zulassung entzieht.; das Fahrzeug also stillgelegt wird. Für VW sollen die ersten Zulassungen bereits in diesem Monat, also im August 2017 entzogen werden! Andere Autofabrikate werden folgen.

Abgewendet werden kann der Zulassungsentzug nur, wenn von Euro 5 auf Euro 6 umgerüstet wird. Die Dieselfahrzeugbesitzer sollen also gezwungen werden, umzurüsten, obwohl Experten davon ausgehen, dass etwa 7-9 Prozent der Fahrzeuge Probleme mit dem Update haben werden. Außerdem betrifft das Zulassungsverbot des Porsche Cayenne ein Auto, das nach den Angaben des Herstellers die Abgasnorm Euro 6 erfüllt!

Es stellt sich also die Frage: Wie sinnvoll ist die Umrüstung auf Euro 6 wirklich? Drohen trotz Umrüstung auf Euro 6 Fahr- und Zulassungsverbote?

Dieses Risiko müssen die Fahrzeughersteller tragen. Sie haben die Abgaswerte wissentlich manipuliert und die arglosen Autokäufer getäuscht.

Die Dieselfahrer haben gegen die Fahrzeughersteller einen Anspruch auf Schadensersatz, der auch die Rückgabe des Fahrzeuges und Rückzahlung des vollen Kaufpreises ohne Abzug einer Nutzungsentschädigung umfassen muss.

Auch einen technischen Mangel können die Fahrzeughersteller nicht mehr bestreiten. In dem Schreiben des Kraftfahrtbundesamtes, das die Stilllegung androht, heißt es nämlich: Das Fahrzeug enthalte „eine unzulässige Abschalteinrichtung, welche zur Wiederherstellung der Vorschriftsmäßigkeit des Fahrzeugs entfernt werden muss. Das Fahrzeug hat damit einen technischen Mangel, dessen Behebung Ihrer Mitwirkung bedarf“.

Allen Dieselfahrern kann nur geraten werden: Lassen Sie sich nicht länger betrügen! Kämpfen Sie für Ihr Recht! Es lohnt sich!

Das Vorgehen der Autoindustrie erschüttert mich zutiefst. In diesem Fall ist es für mich nicht nur Beruf sondern auch Berufung für die Rechte der betrogenen Fahrzeughalter zu kämpfen. Sowohl in der Politik als auch als Rechtsanwältin arbeite ich intensiv an einer gerechten Lösung für die betroffenen Autofahrer. Erfahren Sie mehr unter: https://www.kanzlei-dr-loock-berlin.de/rechtsgebiete/dieselskandal/

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