Politische Sensation: Stellvertretender Botschafter Nordkoreas nach Südkorea geflohen!

Beitrag von Gastautor Dr. jur. Friedrich-Wilhelm Schlomann:

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Dr. jur. Friedrich-Wilhelm Schlomann

Dr. Friedrich-Wilhelm Schlomann  hat 1948/49 Jura in in Rostock und Leipzig studiert, danach illegaler Widerstand gegen die DDR-Diktatur. 1950 Flucht. 1954 Erstes juristisches Staatsexamen in Freiburg i.Br. 1956 Promotion in Rechtswissenschaften in Basel. 1959 Zweites juristisches Staatsexamen. Ab 1959 arbeitet er im Archiv des Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen und 1961 bei der Psychologischen Kampfführung des Bundesministerium für Verteidigung. Von 1970 bis 1992 war er Redakteur der »Deutschen Welle«.  Von 1992-1995 Gastvorträge an der Universität Zürich. Dr. Schlomann gilt als einer der bestinformiertesten Kenner der Geheimdienstszene. Durch seine vielen Vorträge und Veröffentlichungen ist er einem breiten politischen Publikum bekannt. Er hat 13 Bücher veröffentlicht, davon sechs über Spionage (u.a. »Operationsgebiet Bundesrepublik« und »Die Maulwürfe«)

Die Lage in Nordkorea spitzt sich zu: Das Ministerium für Wiedervereinigung in Südkorea teilte heute mit, dass Thae Yong Ho (55), der stellvertretende Botschafter Nordkoreas in London, vor wenigen Tagen mit seiner Familie nach Südkorea geflohen ist. Thae Yong Ho war Nordkoreas Spezialist für Propaganda und Geheimdienste. Dass ein derat hochrrangige Diplomat flieht, ist eine echte Sensation und ein schwerer Schlag für Nordkorea.

Bleibt abzuwarten, wie die Nordkoreanische Führung auf diesen Tiefschlag reagiert. Japan sieht die Entwicklung sicherlich mit Sorge: Erst am 3. August 2016 hatte Nordkorea eine Rakte in den japanischen Seeraum geschossen, vgl. zu den Hintergründen auch den Blog-Beitrag vom 22. Juni 2016 „Nordkorea weiterhin auf Atomkurs: Musudan-Rakete abgefeuert!“

Gut informierte Kreise sehen in der gelungenen Flucht von Thae Yong Ho eine Meisterleistung des südkoreanischen Geheimdienstes und des englischen MI6.

Besoffene Piloten

Haben Sie Flugangst? Falls nicht, sollten Sie sich diesen wunderbaren Zustand erhalten und jetzt lieber nicht weiterlesen…

Bereits 1966 hat sich „Der Spiegel“ (45/1966) http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46414918.html mit dem dem Thema Alkohol im Cockpit befasst. Damals ging es um eine Umfrage unter Piloten  im Europa -Hauptquartier der US-Luftstreitkräfte in Wiesbaden. Die Ergebnisse der Untersuchung waren erschreckend:

Jeder zweite gab an, dass er täglich Alkohol konsumiere. Weiter hieß es im „Spiegel“: „Fast ein Prozent der Flugzeugführer konsumiert täglich zwischen 170 und 226 Gramm hochprozentige Alkoholika – was vier bis fünf Glas Whisky entspricht.“

Geändert hat sich seitdem nicht viel:

2009 warnte der Präsident des Fliegerarztverbandes Dr. Hans-Werner Teichmüller vor Piloten mit einem Alkoholproblem. Er schätzte, dass ungefähr fünf Prozent aller Flugzeugkapitäne ein Alkoholproblem hätten. Kontrollen würden zu selten durchgeführt, http://www.bild.de/news/2009/immer-mehr-piloten-fliegen-blau-10498112.bild.html

Ebenfalls im Jahr 2009 berichtete „Die Welt“ http://www.welt.de/vermischtes/article5232838/Betrunkene-Piloten-sind-leider-keine-Seltenheit.html von einem Piloten, der sich lallend an die Passagiere wandte und schließlich aus dem Cockpit torkelte , um die Passagiere von seiner Flugfähigkeit zu überzeugen. Die Fluggäste überzeugte der ondolierte Gang des Kapitäns nicht.  Sie hielten ihn nicht für den Richtigen, der sie von Moskau nach New York fliegen sollte. Die zuständige Fluggesellschaft Aeroflot versuchte die entsetzten Passagiere damit zu beruhigen, dass das Flugzeug ja die meiste Zeit durch den Autopiloten gesteuert werde und der sei nüchtern, da Maschinen bekanntlich nicht saufen.

Nun hat die Luftfahrtbehörde in Indien eine erschreckende Studie veröffentlicht: In den vergangenen drei Jahren wurden 122 betrunkene Piloten überführt. Die Überprüfungen wurden auf 16 indischen Flughäfen und in Bangkok, Prag, Istanbul and Sharjah durchgeführt.

Betrunkene Piloten sind offensichtlich ein weltweites Problem. Warum Piloten zur Flasche greifen, wurde bisher nicht hinterfragt. Einige sind der Meinung, dass Piloten eben auch nur Menschen seien und bekanntermaßen säuft ein nicht geringer Prozentsatz der Bevölkerung. Andere machen die langweiligen Langstreckenflüge dafür verantwortlich. Die Piloten dürften im Gegensatz zu den Passagieren eben während des Fluges keine Filme gucken und eine Stewardess auf dem Schoß des Piloten macht den Flug zwar kurzweiliger, hat aber bereits in der Vergangenheit für Negativschlagzeilen gesorgt („Der Spiegel“, 45/1966).

Da bleibt manchem eben nur der Griff zur Flasche.

Unsere Politiker haben dieses Problem gesehen und wollen der Gefahr durch betrunkene Piloten entgegenwirken. Sie änderten deshalb in diesem Jahr das Luftverkehrsgesetz und fügten ein neuen Paragrafen 4a ein:

In § 4a Abs. 1 Satz 1 Luftverkehrsgesetz heißt es: „(1) Luftfahrzeugführern ist das Führen oder Bedienen eines Luftfahrzeuges unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen psychoaktiven Substanzen untersagt.“

§ 4a Abs. 2 Luftverkehrsgesetz führt weiter aus: “

Luftfahrtunternehmen nach § 20 Absatz1, die ihren Hauptsitz in Deutschland haben oder über eine durch das Luft-fahrt-Bundesamt anerkannte Niederlassung in Deutschland verfügen, haben dafür Sorge zu tragen, dass nur Luftfahrzeugführer eingesetzt werden, die befähigt und geeignet sind, eine sichere und ordnungsgemäße Beförderung zu gewährleisten. Dazu sind von ihnen bei den Luftfahrzeugführern vor Dienstbeginn auch verdachtsunabhängige Kontrollen in Form von Stichproben durchzuführen, in denen geprüft wird, ob die kontrollierte Person unter dem Einfluss von Stoffen nach Absatz 1 steht. Die Kontrollen dürfen nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Die Einzelheiten der Durchführung der Kontrollen sind durch Tarifvertrag oder wenn ein solcher nicht besteht durch Betriebsvereinbarung zu regeln.“

Es wird sich zeigen, ob dieses Gesetz geeignet ist, das Alkoholproblem der Piloten in den Griff zu bekommen.

Interessant ist, dass viele Piloten nichts von den Kontrollen halten und die Vereinigung Cockpit der Meinung ist, dass durch die Test eine ganze Berufsgruppe unter Generalverdacht gestellt würde. http://www.airliners.de/bundestag-piloten-kontrollen-drogen-alkohol/38356

Diese Argumentation ist absurd: Das ist in etwa so, als würde man fordern,  auf die Personen-Kontrollen am Flughafen zu verzichten, um nicht den Passagieren zu unterstellen, sie seinen Terroristen. Es ist wohl klar, dass die Sicherheit schwerer wiegt als die Gefahr unter Generalverdacht zu stehen. Einen solchen Verdacht kann man durch Abstinenz entkräften.

Von einem Piloten hängen soviele Menschenleben ab, da sollten die Kapitäne so verantwortungsvoll sein und die Finger vom Alkohol lassen.

 

Japan, 6. August 1945: Hiroshima…

Beitrag von Gastautor Dr. jur. Friedrich-Wilhelm Schlomann:

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Dr. jur. Friedrich-Wilhelm Schlomann

Dr. Friedrich-Wilhelm Schlomann  hat 1948/49 Jura in in Rostock und Leipzig studiert, danach illegaler Widerstand gegen die DDR-Diktatur. 1950 Flucht. 1954 Erstes juristisches Staatsexamen in Freiburg i.Br. 1956 Promotion in Rechtswissenschaften in Basel. 1959 Zweites juristisches Staatsexamen. Ab 1959 arbeitet er im Archiv des Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen und 1961 bei der Psychologischen Kampfführung des Bundesministerium für Verteidigung. Von 1970 bis 1992 war er Redakteur der »Deutschen Welle«.  Von 1992-1995 Gastvorträge an der Universität Zürich. Dr. Schlomann gilt als einer der bestinformiertesten Kenner der Geheimdienstszene. Durch seine vielen Vorträge und Veröffentlichungen ist er einem breiten politischen Publikum bekannt. Er hat 13 Bücher veröffentlicht, davon sechs über Spionage (u.a. »Operationsgebiet Bundesrepublik« und »Die Maulwürfe«)

 

Auch in diesem Jahr wird die Bevölkerung Japans sich in einer stillen Gedenkfeier an jenen Tag erinnern, an dem vor 71 Jahren die auf Hiroshima abgeworfene erste amerikanische Atombombe mit einem Schlag 78.000 Menschen tötete. Das war ein Viertel aller Einwohner dieser Stadt. Tausende waren verwundet, die Hälfte der Überlebenden obdachlos.

Im Laufe der Jahrzehnte verblasste gewiss etwas die Erinnerung, was gerade auch für den kürzlich erfolgten Besuch des US-Präsidenten dot und seine Gespräche mit Überlebenden gelten wird.

Allgemein machen die Japaner die USA für die Schrecken Hiroshima und die des zweiten Atombomben-Abwurfes am 9. August 1945 auf Nagasaki mit 40.000 Toten verantwortlich.

Indes hat sich während der letzten Jahre unter japanischen Historikern, Wissenschaftlern und Publizisten eine andere Ansicht verbreitet, die keineswegs die damaligen Tatsachen leugnet, aber die eigentliche Schuld bei der Sowjetunion sieht. Diese hatte bereits 1941 mit dem „Land der aufgehenden Sonne“einen Nichtangriffs- und Neutralitätsvertrag geschlossen.Unbestritten ist, die Japaner hielten sich bis zuletzt daran. Sie lehnten stets die wiederholten Aufforderungen Hitlers ab, der UdSSR den Krieg zu erklären. Hitler versprach sich von einer solchen Kriegserklärung eine Entlastung bei seinem Russlandfeldzug, in dem  die Deutschen mehr und mehr in Bedrängnis gerieten.

Der großer Fehler Japaner war, dass sie den Kremel voll und ganz glaubten. Dieses Vertrauen Nippons wusste Moskau überaus geschickt auszunutzen: Sogar als ihr Top-Spion Richard Sorge, der entscheidend zum Sieg in Stalingrad beigetragen hatte, in Verdacht der japanische Abwehr geriet, leugneten die Russen jegliche Verbindung zu ihm und überließen ihn seiner Todesstrafe. Gerade in jenen Wochen vor Hiroshima kannte der Sowjetspionagedienst die Stimmung der japanische Führung bis hin zum Kaiser, der bereits zur bedingungsosen Kapitulation bereit war.

Das US-Militär, das bei den Kämpfen auf den Philippinen und auf der Insel Okinawa furchtbare Verluste erlitten hatte, überschätzte den – nur noch geringen- Kampfeswillen der Führung Nippons und fürchtete ähnlich verbissene und verlustreiche Kämpfe auf dem eigentlichen Territorium Japans. Um dieses zu vermeiden erfolgte der Abwurf der zwei Atombomben. Die UdSSR als enger Verbündeter der USA hätte die Pflicht gehabt – so ist die Ansicht jener Zeithistoriker- diese über die wahre Situation zu informieren, dass das Kaiserreich vor seinem Ende stand. In dieser Kenntnis hätten die Amerikaner nicht mehr ihre Schreckenswaffe eingesetzt. Doch die Sowjets unterließen jeglichen Hinweis an die Vereinigten Staaten, sodass es zu Hiroshima und Nagasaki kam…

 

Eine größtenteils gegenteilige Ansicht vertritt neuerdings der Kreis von Wissenschaftler und Politikern um den Geschichtsprofessor Samuel Yamashita, der durch sein umfassendes Werk „Japanischer Alltag im Kriege“ weit über die Grenzen seines Landes bekannt wurde:

Anhand von über hunderten Tagebüchern, Stimmungsberichten, Propaganda-Beiträgen und Zeitzeugen vertritt die Gruppe die Meinung, dass ein „massiver, schrecklicher Schock“ wie die Atombombe „notwendig war“, um ihre Landsleute damals zu überzeugen, dass selbst ein Selbstmord-Kampf auf dem Festland von 100 Millionen Japaner keine ehrenvolle Übergabe, geschweige einen Sieg erreicht hätten.

Sein Buch analysiert speziell die jüngere Generation in jenen Jahren , von der angesichts der Bombenzerstörungen der Städte rund 1,3 auf das Land evakuiert wurden. Motiv dieser Aktion war indes nicht nur deren Sicherheit, sondern primär deren ideologische und militärische Erziehung. Danach war ihre Heimat das einzige Land von Gottes Gnaden und ihre Lehrer beteuerten ihren Schülern auf deren Frage: „Was wird mit den Angriffen des feindlichen Teufels geschehen?“ immer wieder: „Wir müssen unseren Kampfgeist stärken und die Feinde in einem großen Gegenangriff vernichten!“

Die Kinder lernten den Partisanen-Krieg mit den verschiedensten Waffen: mit Bambus-Fallen, Feuerbränden, mit Explosiv-Gürteln versehene KInder sollten US-Panzer zerstören. Andere wuden zu „göttlichen Kampfessoldaten“ ausgebildet. Abschiedsbriefe der Kamekaze-Flieger bezeichneten ihre Selbstmord-Angriffe auf US-Kriegsschiffe für sie als die „höchste Art des Todes“. Selbst im letzten Kriegsjahr, als die Essensrationen für die Bevölkerung sehr eng bemessen wurden und bereits sehr viele Städte zerstört waren, „hätten die meisten Japaner das getan, was ihre Regierung verlangt hätte, nämlich sich bei einer Invasion ihrer Heimat durch die US-Streitkräfte auf die „entscheidende Schlacht“ vorzubereiten.

Wären die Amerikaner nach ihren ursprünglichen Plänen auf dem Festland gelandet, hätte es nach den Forschungsergebnissen der Wissenschaftler schreckliche Kämpfe mit furchtbaren Verlusten gegeben. Alleine auf Okinawa hatten rund 150.000 japanische Zivilisten ihr Leben verloren. Indes beendeten Hiroshima und Nagasaki den Krieg und ersparten weitere, noch größere Verluste als de bis dahin zweieinhalb Millionen gefallene Japaner im 2. Weltkrieg.

 

Selbst für einen Westeuropäer mit relativ guten Japan-Kenntnissen ist eine reale Beurteilung der damaligen Verhältnissen mit den unterschiedlichen Strömungen im Kaiserhof, der Militärspitze und der breiten Bevölkerung nicht einfach. Werden wir überhaupt jemals die ganze Wahrheit erfahren?

Nach Brexit: EU konzentriert sich auf sich

Nur weniger Tage nachdem die Briten für ihren Austritt aus der EU gestimmt haben, hat sich Bundeskanzlerin Merkel mit ihren Amtskollegen aus Frankreich und Italien sowie EU-Ratspräsident Tusk getroffen. Bei diesem Treffen wurde schnell klar, dass der Austritt der Briten aus der EU sicherlich für das Bündnis eine Rolle spielt, aber nicht die Hauptrolle:

Schließlich haben die Briten schon immer mit ihren Sonderwünschen Unruhe in in die EU gebracht: Margret Thatcher handelte bereits in den 80iger Jahren einen Sonderrabatt für die britischen EU-Beiträge aus, dann stellten sich  die Briten gegen das Schengen-Abkommen und selbst die Vorgaben für Hühnerställe störten sie.

Die EU tut gut daran, wenn sie das britische Störfeuer hinter sich lässt und sich darauf konzentriert, die 27 verbleibenden  Mitgliedstaaten auf  einen guten gemeinsamen Weg zu führen.

Es müssen neue Impulse in den  vier Kernbereichen Sicherheit, Beschäftigung, Jugend und Vertiefung der Eurozone gesetzt werden: Insbesondere gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Europa will die EU etwas tun. Bis September sollen hier konkrete Vorschläge gemacht werden.

Während die EU konsequent an ihrer Weiterentwicklung arbeitet, müssen die Briten sehen, wie sie mit den künftigen Folgen des Referndums umgeht:

Die Ratingagentur S&P stuft jetzt die Kreditwürdigkeit Großbritanniens von der Bestnote AAA auf AA herab.

 

Nordkorea weiterhin auf Atom-Kurs: Musudan-Raketen abgefeuert!

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Dr. jur. Friedrich-Wilhelm Schlomann

Dr. Friedrich-Wilhelm Schlomann  hat 1948/49 Jura in in Rostock und Leipzig studiert, danach illegaler Widerstand gegen die DDR-Diktatur. 1950 Flucht. 1954 Erstes juristisches Staatsexamen in Freiburg i.Br. 1956 Promotion in Rechtswissenschaften in Basel. 1959 Zweites juristisches Staatsexamen. Ab 1959 arbeitet er im Archiv des Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen und 1961 bei der Psychologischen Kampfführung des Bundesministerium für Verteidigung. Von 1970 bis 1992 war er Redakteur der »Deutschen Welle«.  Von 1992-1995 Gastvorträge an der Universität Zürich. Dr. Schlomann gilt als einer der bestinformiertesten Kenner der Geheimdienstszene. Durch seine vielen Vorträge und Veröffentlichungen ist er einem breiten politischen Publikum bekannt. Er hat 13 Bücher veröffentlicht, davon sechs über Spionage (u.a. »Operationsgebiet Bundesrepublik« und »Die Maulwürfe«)

Am 22. Juni 2016  hat die „Demokratische Volksrepublik Korea“ erneut zwei Musudan-Mittelstreckenraketen abgefeuert, die einen atomaren Sprengstoff tragen können. Die Musudan ist für eine Reichweite von mindestens 3.000 Kilometern angelegt. Damit kann sie Ziele in Japan sowie auf der Pazifik-Insel Guam treffen, die ein Außengebiet der USA ist.

Die zuerst abgefeuerte Rakete zerbrach wenige Minuten nach dem Start in der Luft. Die nächste Musudan erreichte nach Angaben des japanischen Militärs eine Höhe von über 1.000 Kilometern und flog 400 Kilometer weit. Mit dieser Reichweite kann Nordkorea schon bald japanisches Festland erreichen.

Japan zeigte sich beunruhigt: Der japanische Ministerpräsident Schinzo Abe sprach von einer nicht hinnehmbaren Provokation: “Der heutige Raketenstart ist – wie die Raketenstarts in der Vergangenheit eine klare Verletzung der Sicherheitsratsresolutionen. Wir können das nicht zulassen und ich habe scharf dagegen protestiert”, erklärte Abe.

Die Raketenstarts sind letztlich eine Bestätigung der kürzlich erfolgten Verhandlungen zwischen Ri Su-yong, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Nordkoreanischen (Staats-) “ Partei der Arbeit Koreas“ und Song Tao, dem Leiter der internationalen Abteilung der KP Chinas, anlässlich eines Staatsbesuches von Ri Su-yong in China.

Es war dies zugleich der erste China-Besuch eines führenden Funktionärs aus Pjöngjang seit dem Machtantritt des jetzigen Diktators Kim Jong-um.

Ganz offenbar wollte der nordkoreanische Gast weitere Hilfen an Nahrungsmitteln erbitten. Die Pekinger Pressagentur meldete dazu nur, dass Ri und Song das nukleare Aufrüstungsprogramm Pjöngjangs erörterten und der Gast betont habe, dass sein Land die „Politik der nuklearen Entwicklung nicht aufgeben“ werde.

Offenbar kam es zwischen Nordkorea und China zu keiner Einigung.

Auch wenn zwischen Washington und Peking starke Differenzen angesichts des aggressiven Vorgehens China im Südchinesischen Meer und hinsichtlich Chinas Cyber-Hackings bestehen, so sind sich die beiden Mächte dennoch völlig einig in ihrer gemeinsamen Haltung gegen Pjöngjangs Atom-Aufrüstung. Inzwischen hat Peking sogar seine Importe von Kohl und Stahl aus Nordkorea eingestellt. Das war für das Land bisher eine der wichtigsten Einnahmequellen.

Der südkoreanische Außenminister Yun Byung-se wiederum traf in Moskau erstmals nach fünf Jahren mit seinem russischen Amtskollegen  Lawrow zusammen,  der Seoul für Rußlands „Schlüsselpartner im Pazifik-Raum“ darstellte. Sein Land werde sich an die Resolutionen  des Un-Sicherheitsrates „prinzipiell“ halten – was immer man auch darunter verstehen mag….

Jüngsten Nachrichten des UN-Instituts für Internationale Sicherheit zufolge produziert Nordkorea verstärkt Plutonium sowie Uran in seinem Reaktor in Yonbyon.

Das südkoreanische Verteidigungsministerium hat jetzt für das Staatsbudget 2017 statt bisher 38,8 Trillionen Won eine Erhöhung auf 40,87 Trillionen (rund 35,1 Milliarden US-Dollar) gefordert. Ein Großteil ist für den weiteren Ausbau des Raketen-Abwehrsystems bestimmt.

Weniger Einbrüche, mehr Polizisten: Innensenator Frank Henkel zieht positive Bilianz

Innensenator Frank Henkel hat am Sonnenabend, den 05.06.2016  auf der Klausurtagung der  CDU Charlottenburg-Wilmersdorf eine positive Bilianz hinsichtlich der gegenwärtigen Legislaturperiode gezogen.

Henkel hob dabei hervor, dass die Gewalttaten so niedrig lägen wie seit 10 Jahren nicht mehr. Die Gefahr, Opfer einer Gewalttat zu werden,  habe sich seit 2007 praktisch halbiert.

Im vergangenen Jahr sind die Zahlen für Mord und Totschlag um 19 Fälle (-14,5 Prozent) auf 112 Delikte gesunken. Sexualdelikte haben um 199 Fälle (-6,7 Prozent) auf 2792 Fälle abgenommen.

Möglicherweise hat auch die Personalaufstockung bei der Berliner Polizei abschreckende Wirkung.

Die CDU ist zur Wahl im Jahr 2011 mit dem Ziel angetreten, dass 250 neue Polizisten eingestellt werden sollten. Dieses Ziel wurde weit übertroffen: Eingestellt wurden inzwischen 1000 neue Polizisten.

Die Polizeidichte in Berlin ist inzwischen bei beeinduckenden 473 Polizisten pro 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: Rheinland Pfalz kommt nur 224 Polizisten auf pro 100.000 Einwohnern.

IS-Terror in Deutschland! Anschläge stehen bevor!

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Dr. Friedrich-Wilhelm Schlomann  hat 1948/49 Jura in in Rostock und Leipzig studiert, danach illegaler Widerstand gegen die DDR-Diktatur. 1950 Flucht. 1954 Erstes juristisches Staatsexamen in Freiburg i.Br. 1956 Promotion in Rechtswissenschaften in Basel. 1959 Zweites juristisches Staatsexamen. Ab 1959 arbeitet er im Archiv des Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen und 1961 bei der Psychologischen Kampfführung des Bundesministerium für Verteidigung. Von 1970 bis 1992 war er Redakteur der »Deutschen Welle«.  1992-1995 Gastvorträge an der Universität Zürich. Dr. Schlomann gilt als einer der bestinformiertesten Kenner der Geheimdienstszene. Durch seine vielen Vorträge und Veröffentlichungen ist er einem breiten politischen Publikum bekannt. Er hat 13 Bücher veröffentlicht, davon sechs über Spionage (u.a. »Operationsgebiet Bundesrepublik« und »Die Maulwürfe«)


Ganz Europa erzittert unter den Greultaten der sogenannten „Gotteskrieger.“ Ein wichtiger Grund, sich mit den Aktivitäten des Islamischen Staates (IS) in einzelnen europäischen Staaten auseinanderzusetzen.

Das Bild der militanten Salafisten in der Schweiz hat sich während der jüngsten Zeit kaum verändert. Gegenwärtig befinden sich 73 Personen in Syrien, 18 Personen wurden dort getötet, zwölf Schweizer sind inzwischen zurückgekehrt. Innerhalb der Eidgenossenschaft gibt es rund 500 potentielle Jihadisten, teilweise arbeiten sie in Gruppen bis zu 40 Personen, wie etwa in Winterthur. Gefürchtet sind indes besonders Attentate von Einzelpersonen. Die Anwerbung zu den „Gotteskriegern“ geschieht weiterhin durch Intenet-Propaganda und Moscheen im Raum Zürich. Für eine Überwachung fehlt das Personal…

Insgesamt dürften sich im Moment  circa 4.500 Jihadisten aus Europa in Syrien aufenthalten. Ihr Zustrom, besonders aus Frankreich und Deutschland, hält an, wenngleich er nachgelassen hat. Erschreckend ist, dass bei Auftauchen bestialischer Bilder von Hinrichtungen und Verbrennungen die Zahl der Reisenden nach dort primär aus England, aber ebenfalls aus anderen Staaten, ansteigt!

Seit 2013 scheinen rund 15.000 neue „Kämpfer“ zum „Islamischen Staat“ gestoßen zu sein, besonders aus Nordafrika und dem südlichen Russland. Die Anzahl von Minderjährigen hat sich dabei verdoppelt, ebenso nahm die von Mädchen zu. Bei seiner konspirativen Kommunikation verwendet der „IS“ teilweise sogar selbst entwickelte Programme. Er verschlüsselt damit nicht nur seine Chats auf Mobiltelefonen, sondern auch seine Computerfestplatten- keineswegs selten scheitert die hiesige Entschlüsselung.

Die verschiedenen Behörden, Polizeidienststellen und ebenfalls Nachrichtendienste scheinen weiterhin überfordert zu sein. Gewiss verstärkt Westeuropa seine Sicherheitsapparate, doch einsetzbar werden die personellen Kräfte nach erforderlicher Ausbildung erst in wenigen Jahren sein.

Eine internationale Zusammenarbeit wird seit Jahren gefordert, sie erscheint indes noch immer nicht zufriedenstellend. Die Kontrollen auf Flughäfen – auch in der Schweiz- sind absolut nicht fehlerlos!

Bei den kürzlichen Attentaten in Belgien erwies sich zudem die föderale  Bürokratie als unfähig: Bei den Abhörstellen wurden in den letzten Jahren sogar die finanziellen Mittel gekürzt und die Regierung gab sich der Illusion hin, ihrem Land würde nichts Böses geschehen: Wäre die Zahl der Terroristen größer gewesen, hätten sie die Millionenstadt nicht nur für drei Tagen gelähmt, sondern eine ganze Woche lang. Das Chaos wäre total gewesen.

Gegenwärtig kämpfen rund 500 Belgier füe Allah, 130 sind bisher zurückgekehrt.

Bei diesen Rückkehrern ist vielleicht ein Zehntel illusionslos geworden. Die meisten aber scheinen  dem Salafismus noch treu zu sein – einige gewiss sogar als  sogenannte Schläfer, die in ihrem Heimatland ein äußerlich normales Leben führen, um dann später Terrorakte zu verüben.

Von den Deutschen befanden sich 800 im nahöstlichen Kampfgebiet: 140 überlebten es nicht, etwa ein Drittel  kehrte zurück. Die Zahl der „Gefährder“ in Deutschland, denen man jederzeit eine schwere Gewalttat zutraut, wird mit 447 Personen angegeben.

Dass den „Gotteskriegern“ chemische Waffen zur Verfügung stehen, ist bekannt. Sicherheits-Experten befürchten, sie könnten in Besitz von Plutonium sowie hochangereichertem Uran kommen und daraus eine sogenannte schmutzige Bombe bauen.

Auffällig ist jedenfalls ihr gerade in jüngster Zeit festzustellendes Interesse an kerntechnischen Einrichtungen. Vor zwei Jahren schaltete sich ein Block des belgischen Atomkraftwerkes Doel unerwartet ab und stand vier Monate still. Der Schaden wird auf 160 Millionen Euro geschätzt: Es war Sabotage zweier Sicherheitstechniker, die sich längst als Salafisten im Nahen Osten befanden, als die Tat entdeckt wurde.

Unsere Atomkraftwerke sind nicht wirklich vor Anschlägen geschützt. Die Frage nach einem Notfallplan wird wohl verneint werden müssen….

Tatsache ist andererseits, dass der „IS“ viele Gebiete verlor und in den veragnegnen Jahren etwa 25.000 Kämpfer den Tod fanden; viele Funktionäre wurden von US-Drohnen erschossen. Seit April 2016 setzen die Amerikaner auf verschiedenen Wegen ebenfalls Cyberwaffen ein, um speziell die Computer hochgradiger „IS“-Kommandeure anzugreifen; zugleich will man ihr Vertrauen in ihre Kommunikationsnetz zerstören…

Diese Niederlagen wird der „IS“ durch Märtyreroperationen“, also Selbstmordattentate zu kaschieren versuchen. Während der letzten Wochen erhielten bestimmte Salafisten in Europa den Befehl, in ihrem Heimatland zu verbleiben und dort Anschläge auf „Ungläubige“ und deren Institutionen zu verüben.

Ein verlockende Ziel wäre zweifellos die bevorstehende Europa-Fussballmeisterschaft. Auffällig sind nicht zuletzt Aufrufe an „Gotteskrieger“ in Deutschland mit den Worten:“ Was deine Brüder in Belgien schaffen, schaffst du auch!“ und ebenso : „Deutschland ist ein Schlachtfeld!“

Die Frage ist heute nicht mehr, ob Anschläge stattfinden werden, sondern nur noch, wann sie erfolgen.

Dass die Verantwortlichen in Berlin sich des Ausmaßes der dann folgenden Katastrophe bewusst sind, kann man nur hoffen….