Wie tödlich ist das Feierabendbier?

Herbert Müller trank 35 Jahre lang sein Bier zum Feierabend. Nun soll der Gerstensaft dran Schuld sein, dass er an Krebs erkrankt ist. Auch Gerlinde Weisz ist  entsetzt, ihr tägliches Glas Rotwein am Abend soll bei der Lehrerin Herzrhythmusstörungen verursacht haben. Dabei heißt es doch, dass ein Glas Rotwein am Abend vor Herzkrankheiten schützen soll?

Die Aussage, dass geringe Mengen Alkohol gesund seien, ist falsch. Vor Herzkrankheiten schützt beim Rotwein nicht der Alkohol, sondern Stoffe wie Reservatrol, die auch in roten Trauben zu finden sind. Die geringen positiven Auswirkungen dieser Stoffe im Wein werden von den schädlichen Wirkungen des Alkohol zunichte gemacht.

Eine neue amerikanische Studie ( https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(18)31310-2/fulltext?code=lancet-site ) kommt zu dem Ergbnis, dass schon zehn Gramm Alkohol (entspricht einem Viertelliter Bier oder 100 Milliliter Wein) pro Tag das Risiko erhöhen, eine alkoholbedingte Krankheit zu bekommen, bei 20 Gramm täglich steigt das Risiko um 7 Prozent und erhöht sich mit jedem weitern Tropfen Alkohol. In der nun im Fachjournal „The Lancet“ veröffentliche Studie wurden 694 Studien über Alkoholkonsum und 592 Studien über Gesundheitsrisiken durch den Genuss von Alkohol ausgewertet.

Die vorgestellten Daten umfassen die Bevölkerung von 15 bis 95 Jahren in 195 Ländern. Demnach stehen weltweit 2,8 Millionen Todesfälle pro Jahr mit Alkoholkonsum in Verbindung.

Der tägliche Alkoholkonsum erhöht nicht nur das Risiko eine tödliche Krankheit zu bekommen, sondern täglicher Alkoholkonsum kann auch schon bei geringen Mengen zu einer Alkoholabhängigkeit führen.

Die Forscher der Studie rufen zu einer anderen Alkoholpolitik auf, was sicherlich wichtig ist.

Es stellt sich jedoch die Frage, ob wir die Politik benötigen, um lebenswichtige Entscheidungen für unser Leben zu treffen?

Die Wissenschaftler warnen uns, dass das tägliche Feierabendbier auf die Dauer tatsächlich tödlich sein kann. Wir als mündige Menschen können diese Information dankbar aufnehmen und eine Gesundheitsgefahr ausschließen, indem wir auf Alkohol verzichten. Dafür brauchen wir die Politik nicht.