Showdown in Nordkorea?

Donald Trump ist bereit sich mit Kim Jong Un zu treffen. Dieses Angebot Trumps stellt einen Bruch mit sämtlichen diplomatischen Gepflogenheiten dar. Es zeigt, wie ernst die Lage ist. Bereits im Februar 2017 habe ich hier im Blog darauf aufmerksam gemacht, dass Nordkorea außenpolitisch für die Amerikaner höchste Priorität besitzt: Die erste Auslandsreise des amerikanischen Verteidigungsministers James Mattis führte nach  Südkorea. In Südkorea haben die Amerikaner das Raketenabwehrsystem THAAD instaliert, um sich vor Angriffen Nordkoreas zu schützen. Am 02. Mai 2017 haben die Amerikaner verkündet, dass THAAD nun einsatzbereit sei.

Aber nicht nur Nordkorea fühlt sich durch die amerikanische Aufrüstung im asiatischen Raum bedroht, sondern das amerikanische THAAD-System erregt auch das Misstrauen Pekings.

China boykottiert nun Südkorea, insbesondere die Firma Lotte, die ihren Golfplatz für THAAD zur Verfügung gestellt hat.

Bereits im Dezember 2016 hat der russiche Verteidigungsminister Sergei Lawrow davor gewarnt, dass sich China durch THAAD bedroht fühlen könnte.

Allerdings provoziert Nordkorea die Amerikaner mit seinen ständigen Raketentests, die alsbald amerikanisches Festland erreichen sollen!

Die Lage ist also äußerst brisant. Ob Kim Jong Un tatsächlich seine Drohungen wahr macht, kann man schwer sagen.

Nordkorea benutzt seine Atomwaffen bereits seit Jahrzehnten, um wirtschaftliche Hilfen zu erpressen: Bereits Kim Il Sung, der Großvater des heutigen nordkoreanischen Führers Kim Jong Un, drohte 1993  mit dem Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag und weigerte sich, seine Atomanlagen von internationalen Kontrolleuren überprüfen zu lassen. Westliche Geheimdienste berichteten damals, dass Nordkorea bereits eine Atombombe zusammengebaut habe.

Damals kündigten die Amerikaner die Stationierung von Patriot-Raketen an. Außerdem sollten 500.000 Soldaten nach Südkorea verschifft werden. Auch damals warnten Südkorea und Japan davor, mit überzogenen Drohgebärden Kim Il Sung  zu einem Abgang mit großem Knall zu bringen.

Nachdem Kim Il Sung wenig später verstarb, konnte mit seinem Nachfolger, seinem Sohn Kim Il Jong, mit dem Genfer Rahmenabkommen 1994 die Krise abgewendet werden . Nordkorea erhielt für sein Einlenken im Atomkonflikt großzügige wirtschaftliche Hilfen, insbesondere dringend benötigte Öllieferungen.

In den folgenden Jahren eskalierte die Situation hinsichtlich des nordkoreanischen Atomprogramms, bis am 29. Februar 2012 ein Stillhalteabkommen geschlossen  wurde, in dem sich Nordkorea verpflichtete, von weiterer Urananreicherung abzusehen und Inspektionen seiner kerntechnischen Anlagen zuzulassen. Im Gegenzug erhielt Nordkorea wichtige Lebensmittellieferungen aus den USA.

Es könnte also sein, dass Nordkorea mit seinen gegenwärtigen Provokationen erneut wirtschaftliche Hilfen aus den USA erpressen möchte.

Allerdings kann man tatsächlich nicht sagen, ob Kim Jong Un, wenn er fürchtet, seine Macht zu verlieren, nicht doch Ernst macht.

Immer wieder werden heimliche Videoafnahmen in den Westen geschmuggelt, die zeigen, dass der Widerstand gegen Kim Jong Un wächst.

Gut möglich, dass er sich dann mit einem großen Knall verabschiedet.

 

 

 

 

Nordkorea – Die Situation ist höchst gefährlich!

Deutschland hat den Blick sorgenvoll nach Amerika gerichtet: Einreisverbot, Strafzölle, eine Mauer nach Mexiko – der amerikanische Präsident trump(f)t richtig auf!

Auch Südkorea schaut angstvoll nach Washington: In Ostasien eskaliert nämlich gerade ein Atomstreit zwischen Nordkorea und den USA , dem Südkorea hoffnungslos ausgeliefert zu sein scheint:

Die erste Auslandsreise des neuen amerikanischen Verteidgungsministers James Mattis führte nach Südkorea! Erst danach folgte der Antrittsbesuch bei der Nato. – Eine Provokation der Nato-Staaten? – Wohl kaum! Es ist eher ein Zeichen dafür, wie brisant Amerika die Lage in Ostasien einschätzt.

Hierzulande ignoriert man Nordkorea nahezu. Da das Land sich abschottet, gibt es weder Geschichten wie Kim Jong Un mit jungen Frauen im Swimmingpool plantscht noch gewährt er einen Einblick in sein Heim. Für das Dschungelcamp verwöhnte Publikum ist er damit ein Langweiler. Also wird kaum über ihn berichtet.

Dabei baut sich zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten gerade ein Schrecken-Szenario auf!

Im Jahr 2016 hat Nordkorea zahlreiche Atomversuche und Raketentests durchgeführt.

Anfang Februar 2017, feuerte das Regime von Pjöngjang wieder eine Mittelstreckenrakete ab, die nach 500 Kilometern im Japanischen Meer niederging.

Das war eine Provokation für Amerika!

Erst vor Kurzem hat Kim Jong Un verkündet, dass die Vorbereitungen für den Test einer Interkontinentalrakete ihre „finale Phase“ erreicht hätten.

So eine Rakete könnte auch Amerika erreichen!

Trump ließ  auf Twitter dazu verlauten: „Das wird es nicht geben (It won’t happen)“. In Amerika wird daher schon ein Angriff auf Nordkoreas Nuklearanlagen diskutiert.

Die Amerikaner wollen ihr neues Raketenabwehrsystem Thaad ( Terminal High Altitude Area Defense) in Südkorea instalieren. Allerdings wollen die Amerikaner dieses System so installieren, dass es hauptsächlich amerikanische Stützpunkte in Südkorea schützt. Der Haupstadt Seoul bietet das System fast keinen Schutz. Im Gegensatz dazu hat Nordkorea Zehntausende von Artelleriegeschossen und Kurzstreckenraketen auf Seoul gerichtet.

Ein Angriff Amerikas auf Nordkoreas Nuklearanlagen hätte also verheerende Folgen für Südkorea!

Außerdem fühlt sich inzwischen auch China provoziert: Das Abwehrsystem der Amerikaner in Südkorea würde im Verbund mit ähnlichen Anlagen in Japan in Wahrheit auf China zielen. Die Chinesen versuchen daher das amerikanische System Thaad zu verhindern.

Die Situation ist also äußerst schwierig: Auf der einen Seite der unberechenbare amerikanische Präsident Trump und auf der anderen Seite der undurchschaubare nordkoreanische Dikatator Kim Jong Un.

Wie hatte der russische Außenminister Sergei Lawrow gerade noch gesagt:“Wenn die Diplomaten verstummen, beginnen die Kanonen zu sprechen.“

In Ostasien ist jetzt höchste Diplomatie gefragt.